
Spiritualität des Alltags
Aufgewachsen ohne inneren Kontakt zur Religion, fand Delbrêl mit 20 Jahren nach einer Lebenskrise zum Glauben. Sie machte eine Gotteserfahrung, die ihr weiteres Leben auf den Kopf stellte. Sie brach ihr Kunst- und Philosophiestudium in Paris ab und gründete mit zwei anderen Frauen in Ivry, einem sozialen Brennpunkt am Rand von Paris, eine christliche Equipe. Als Sozialarbeiterin setze sie sich für die Nöte der Menschen ein. Von Jesus inspiriert wollte sie ihren Glauben mitten unter den Menschen leben und im gewöhnlichen Alltag Gott suchen. „Wir Leute von der Straße glauben aus aller Kraft, dass diese Straße, diese Welt, auf die Gott uns gesetzt hat, für uns der Ort unserer Heiligkeit ist“, schreibt sie. Delbrêl zeigt, wie man in einer säkulareren Welt seinen spirituellen Weg gehen und Gottes- und Nächstenliebe miteinander verbinden kann.
Evangelisches Kloster Schwanberg
Dieser Kurs Teil eines vierteiligen Jahreskurses – kann aber auch für sich gebucht werden

Mystik der Straße
Wie lässt sich in einer säkular gewordenen Welt glauben und Christsein leben, in einer Zeit, in der die bislang tragenden Formen der Kirche zu zerbrechen drohen? Madeleine Delbrêl fand Gott nicht in den vertrauten Kirchenmauern, sondern mitten im profanen Leben.
Anfänglich nahm ihr Leben eine ganz andere Richtung. Geprägt von den intellektuellen Kreisen ihrer Zeit, bekannte sie sich als junge Frau zeitweise ausdrücklich zum Atheismus.
Doch mit zwanzig Jahren erlebte sie eine tiefe Gotteserfahrung, die ihr Leben von Grund auf wandelte. Nach ihrer Ausbildung zur Sozialarbeiterin zog sie 1933 mit zwei Gefährtinnen nach Ivry, einer kommunistisch regierten Arbeiterstadt bei Paris, wo sie den Alltag der Menschen teilte und ihr Haus zu einem Ort der offenen Tür wurde.
In dem Tagesseminar lesen wir aus ihren Texten und lassen uns von ihrer Spiritualität des Alltags inspirieren. Eine Auswahl ihrer Texte wird bereitgestellt.
Wiesbaden – Roncallihaus
Veranstalter: Gesellschaft der Freunde christlicher Mystik e.V.
Herzliche Einladung an alle Interessierten

Kontemplative Aufstellungen
In den Aufstellungen werden Muster sichtbar, in denen ich – teils seit Generationen – gefangen bin. Vielleicht habe ich daran auch schon therapeutisch gearbeitet und kann sie doch nicht einfach abschütteln, nur lernen, anders damit umzugehen.
Was dieses Wochenende von anderer Aufstellungsarbeit unterscheidet, ist ihre kontemplative Ausrichtung. Was sichtbar geworden ist, wird in der Stille Gott hingehalten. Die Verstrickungen, in denen wir stehen, bestimmen und zwar, aber sie sind nicht unsere letzte Realität. Verbunden mit unserer tiefsten Mitte, jenseits aller Verflechtungen, kann sich von innen her lösen, was uns gefangen hält.
Zum Ablauf: Wer mit einem eigenen Anliegen kommt, kann es einbringen; die Zahl der Aufstellungen ist begrenzt. Ebenso wichtig sind die, die als Stellvertreter zur Verfügung stehen. Dafür braucht es kein schauspielerisches Talent; man stellt nur die eigene Wahrnehmung zur Verfügung. Viele machen dabei ihre stärksten Erfahrungen, ohne selbst aufgestellt zu haben. Zwischen den Aufstellungen: Zeiten der Stille, Impulse, Gottesdienst.
Für Menschen, die etwas mit sich tragen, und die es einer Wirklichkeit hinhalten wollen, die größer ist als ihre Geschichte.
Weitere Infos – Aufstellung und Kontemplation
Anmeldung: tambour@posteo.de

Aus der göttlichen Quelle trinken
Aus welchen Quellen lebe ich? Wie komme ich in mir zu mir selbst, und wie finde zu Gott?
Diese urmenschlichen Fragen bewegen auch schon die spanische Ordensfrau/Karmelitin und Mystikerin Teresa von Ávila im frühen 16.Jhd. Ihr halbes Leben lang ist die 1515 in Ávila geborene leidenschaftliche Glaubenslehrerin auf der Suche nach ihrer inneren Heimat, doch dauert es Jahre bis es ihr gelingt, nachhaltig mit dieser Tiefe verbunden zu bleiben und aus ihr heraus zu leben.
Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ist Teresa von Avila nicht nur eine Lehr-, sondern auch eine Lebemeisterin. In ihren Werken leitet sie an, die eigene Seelenburg zu betreten und zum Wasser des Lebens vorzustoßen, damit es im eigenen Leben zum Fließen kommt.
Im Seminar beschäftigen wir uns mit Texten Teresas. Geprägt sind die Tage von einem Rhythmus von Schweigen und Reden, von kontemplativen Sitzen und austauschenden Gesprächen.
Burg Rothenfels

„Gib mir das Wasser des Lebens“
Die Samariterin am Jakobsbrunnen bittet Jesus um das Wasser des Lebens, den Quell, der sich aus der Ewigkeit ergießt. Das andere Wasser der täglichen Tröstungen macht wieder Durst.
Woher schöpfe ich Kraft für das, was das Leben mir zumutet?
Wie finde ich zu mir selbst und zu Gott? Wie öffnen sich mir die Wege zu den anderen.
Diese Fragen bewegten Teresa von Ávila. Sie fand die Quelle in der eigenen Seelenburg, im Wasser des Lebens, das von innen zu fließen beginnt. An diesem Wochenende folgen wir ihren Spuren, begleitet auch von Johannes vom Kreuz.
Willkommen ist, wer Teresa neu entdecken oder tiefer in ihre Erfahrung eintreten möchte.
Evangelisches Kloster Schwanberg

Keltischer Christus
Viele Menschen spüren irgendwann, dass in der Betriebsamkeit des Alltags die Frage auftaucht, was wirklich Kraft gibt und trägt, was dem Leben Tiefe und Gewicht gibt?
Die irischen Christen der ersten Jahrhunderte haben sich diesen Fragen gestellt. Für sie war die Schöpfung selbst der Ort, an dem Gott erscheint.
Der Wald lehrte, was kein Buch lehrt, die Stille öffnete, was kein Argument erschließt, und der Weg, das Unterwegssein selbst, war eine Form des Lebens.
An Heilige Quellen und Bäumen der Kelten gründeten sie ihre Klöster. So nahmen sie die Weisheit der Naturreligion auf, lasen sie neu im Licht des Evangeliums und entdeckten den kosmischen Christus, der in allem wirkt.
Kloster Gemerode

Im Einklang mit dem Leben
Woher fließt mir Kraft zu, was nährt und bereichert mein Leben? Für Hildegard von Bingen ist es die Grünkraft, die viriditas, mit der Gottes Lebendigkeit die ganze Schöpfung durchströmt. Hildegard kennt auch die Dürre, die ariditas, aus ihrem Leben. Sie weiß, wie es sich anfühlt, von allem Lebendigen abgeschnitten zu sein, und wie schwer der Weg zurück ist. Doch sie vertraut darauf, dass Gott gerade dann noch da ist und mich trägt, wenn ich mich selbst verloren gebe, sodass aus der Dürre neu etwas aufbrechen kann. Diese Gewissheit schöpft Hildegard aus der Auferstehung Jesu, und aus ihr darf auch ich die Hoffnung schöpfen, dass das Leben stärker ist als alles, was sich ihm entgegenstellt.
Was Hildegard erkannte, das trug sie auch nach außen. Als Frau hat sie im zwölften Jahrhundert gepredigt, geschrieben und Gemeinschaften geleitet, und die Rollen und Zuschreibungen ihrer Zeit hielten sie dabei nicht auf.
Dieses Wochenende lädt ein, so wahrzunehmen wie sie, auf die Schöpfung und das eigene Leben zu schauen, den inneren Bildern zu trauen und den Harmonien nachzuspüren, die aus der Tiefe ans Licht wollen.
Dieser Suche dienen Impulse und Austausch, Wahrnehmungsübungen und Stille, ein Pilgerweg, Bilder und Lieder. Willkommen sind alle, die sich eine Zeit der Sammlung gönnen und im Austausch mit anderen dem eigenen inneren Leben näherkommen möchten.
Burg Rothenfels

Zur Freiheit befreit
Was wären wir ohne die anderen. Wir brauchen Beziehungen und leben aus dem Miteinander. Doch manchmal übernehmen wir Verantwortung für die Dinge, die nicht unsere ist, manchmal sind wir verstrickt in Muster, die uns nicht gut tun.
In einer Aufstellung werden solche Muster sichtbar. Und so lässt sich an ihnen arbeiten.
Kontemplative Aufstellungen halten das ganze Leben mit all seinen Brüchen, Fragen und Wunden Gott in Stille hin im Vertrauen, dass sich Fesseln lösen, wenn wir uns mit der letzten Tiefe verbinden.
Weitere Infos – Aufstellung und Kontemplation
Anmeldung: tambour@posteo.de
Leitung: Dr. Hans-Joachim Tambour und Maria Reichel

Spirituelle Reise nach Irland – der Norden und Westen
Inspiriert ist diese spirituelle Reise von der Schöpfungsspiritualität der Christen Irlands des ersten Jahrtausends, die in Bauwerken, Texten, Kunst und Personen greifbar wird. Die Lebenshaltung, die den Alltag mit Gott zu verbinden weiß, drückt sich auch in den viel später entstandenen „irischen Segen“ aus.
Anders als bei Katalogreisen sollen nicht nur touristische Highlights abgehakt werden; es geht um eine Begegnung mit Irland und dessen Spiritualität. Dazu dienen: spirituelle Impulse, Pilgerwege, Meditationen an Heiligen Quellen und eine Bootsfahrt über die Seen von Killarney.
Neben den christlichen Orten besuchen wir auch steinzeitliche Hügelgräber. Mythen und Geschichten begleiten unsere Wege.

Ein kontemplativer Jahreskurs in vier Wochenenden
Es gibt Zeiten, in denen sich die Fragen verschieben, Vertrautes wankt und im Gewohnten eine Unruhe aufbricht. Worauf ruht mein Leben? Wonach sehne ich mich wirklich? Wie will ich leben? Dahinter steckt der Wunsch, aus einer Mitte zu leben, die trägt, und Gleichgesinnte zu finden, mit denen ich teilen kann, was mich bewegt. Diese Mitte ist längst da, sagen viele, die den Weg gegangen sind, und es gilt, ihr wieder Raum zu geben. In diesem Jahr machen wir uns auf als Weggemeinschaft, die sich austauscht, schweigt und miteinander pilgert.
Leitung: Dr. Hans-Joachim Tambour teils zusammen mit Schwanberg Pfarrerin i.R. Maria Reichel
17. – 19. September 2027 / 19. – 21. November 2027/ 4. – 6. Februar 2028/ 2. – 4. Juni 2028
weitere Infos folgen
Evangelisches Kloster Schwanberg
